mVISE AG
Eintritt in eine neue Phase im GJ26e
Mit Blick auf das Jahr 2026 dürfte mVISE in die nächste Phase seiner Transformation eintreten und sich von einer restrukturierungsgetriebenen zu einer strategischen Buy-and-Build-Plattform für softwarezentrierte Unternehmen entwickeln. Nachdem der operative Turnaround abgeschlossen, die Bankverbindlichkeiten eliminiert und die Auslastung stabilisiert wurde, bereitet das Management das Unternehmen nun explizit auf wertsteigernde Akquisitionen vor, wie wir bereits in unserem letzten Update beschrieben haben. Wichtig ist, dass der angekündigte Aktiensplit inzwischen erfolgreich abgeschlossen wurde, was die Handelbarkeit verbessert und die Grundlage für anstehende Kapitalmaßnahmen bildet.
Das GJ25e blieb ein Übergangsjahr, das durch eine bewusst schlanke Kostenbasis, gedämpfte Umsätze und einen klaren Fokus auf Profitabilität und Cash-Generierung gekennzeichnet war. Ab dem GJ26 wird der strategische Schwerpunkt jedoch voraussichtlich breiter angelegt sein. Neben einer schrittweisen Rückkehr zu organischem Wachstum (eNuW: +11%) beabsichtigt mVISE, selektiv Softwareunternehmen oder softwaregetriebene Geschäftsmodelle zu erwerben, zunächst über Minderheitsbeteiligungen mit aktiver operativer Beteiligung. Dieser Ansatz unterscheidet sich wesentlich von klassischen Serienakquisiteuren, da mVISE plant, die Portfoliounternehmen mit seiner ausgewiesenen Expertise in den Bereichen Softwareentwicklung, Integration, Restrukturierung und Go-to-Market-Optimierung zentral zu unterstützen.
Die Gründe für diese Strategie sind aus unserer Sicht überzeugend. Das derzeitige Marktumfeld in der DACH-Region bietet eine attraktive Pipeline kleiner und mittlerer Softwareunternehmen, die mit Nachfolgeproblemen, begrenzter Skalierbarkeit oder operativer Ineffizienz zu kämpfen haben. mVISEs seltene Kombination aus interner Softwareentwicklung, Produktmanagement, Integrations-Know-how und Restrukturierungserfahrung positioniert das Unternehmen als aktiven Wertschöpfer und nicht als passiven Finanzinvestor. Der erfolgreiche Turnaround von opcyc dient als Blaupause für diesen Ansatz.
Finanziell ist die Grundlage für diese Strategie nun gelegt. H1'25 zeigte bereits einen starken operativen Leverage mit einer EBITDA-Marge von 16,5% und einem nachhaltig positiven FCF (€ 0,4 Mio.). Da der Verschuldungsgrad weiter sinkt und die wiederkehrenden Einnahmen steigen, erwarten wir, dass mVISE die nötige Flexibilität erhält, um seine Akquisitionsstrategie ohne übermäßige Bilanzrisiken umzusetzen. Wichtig ist, dass das Management die disziplinierte Kapitalallokation und den strategischen Fit über das Transaktionsvolumen stellt, was eher einen allmählichen Anstieg als aggressive Fusionen und Übernahmen impliziert.
Während das Ausführungsrisiko bei Fusionen und Übernahmen natürlich zunimmt, untermauern die klare strategische Logik, der konservative Einstieg über Minderheitsbeteiligungen und die starke operative Erfolgsbilanz unser Vertrauen.
Vor diesem Hintergrund bleibt die Bewertung anspruchslos, da die Aktien mit 7x EV/EBITDA FY26e gehandelt werden. Wir bekräftigen daher die Empfehlung BUY mit einem neuen PT von € 12,80 (Reverse-Split bereinigt) auf Basis des DCF.